Home | Reiseberichte |
Frankreich 2004 Teil 1
April 2004
Teil 2 |
Mit ein wenig Erfahrung kann
man aus dem großen Michelin-Atlas die Größe der Ortschaften abschätzen. Wir
suchen immer kleine Orte die aber groß genug sind um einen Marktplatz oder
ähnliches vorzuweisen. Hat man diesen gefunden ist es nur wichtig auf Schilder
zu achten die auf einen Wochenmarkt hinweisen. Es kann sonst passieren dass man
früh am anderen Morgen laut und unsanft geweckt wird. Die Ausrufe Marche´,
Marche' fordern unmissverständlich auf, den Platz zum Aufbau der Verkaufsstände
zu räumen.
Wir wurden in dem Ort St. Menehould fündig und stellten uns auf einen Parkplatz
mitten im Ort. Ein weiteres Womo parkte ganz in der Nähe. Wir hatten den Ort
richtig gewählt denn wir verbrachten eine ruhige Nacht.
Die Stille am anderen Morgen
war nur von kurzer Dauer. Schon bald stellte sich geschäftiges Treiben auf dem
Platz ein. Der Ort erwachte und wir mit ihm. In der Nacht war es sehr kalt
geworden. Das Womo war mit einer dicken Rauhreifschicht überzogen. Ich stellte
zunächst die Heizung an und kroch dann wieder ins Bett. Nach einiger Zeit
machte ich mich dann auf zur morgentlichen Entdeckungstour durch den Ort um
frisches Baguette zu bekommen. Ich schätze diesen Morgenspaziergang sehr,
vermittelt er doch ganz eigenständige Impression vom beginnenden Dorfleben.
Eilende Zeitungskäufer, verspätete Sekretärinnen und all die Zeitgenossen die
frühmorgens durch den Ort hasten sind mit einem Schmunzeln zu beobachten weil
man ja selber als Urlauber alle Zeit der Welt hat.
Alle Zeit der Welt? Von Wegen, wir haben ein Ziel und das ist noch weit
entfernt. Also gings nach dem Frühstück wieder zügig auf die Autobahn zunächst
Richtung Westen und dann gen Süden auf Troyes zu. Wir fuhren um Troyes herum
und verließen die Autobahn um über Sens, Courtenay und Montargis nach Orleans
zu gelangen.
Bei Orleans fuhren wir wieder auf die Autobahn Richtung Tour und Poitiers. Hier
fuhren wir auf die Route National, die fast paralell zur Autobahn verläuft und
in weiten Bereichen vierspurig ausgebaut ist.
In den vergangenen Jahren sind wir immer ins Medoc (Gebiet zwischenAtlantic und
Gironde Mündung nordwestlich von Bordeaux) gefahren. Bei Royan querten wir mit
der Fähre die Gironde und haben uns dort ein wenig aufgehalten um Wein zu
kaufen. Man muß zum Weinkauf nicht zwingend in ein Caveaux gehen (Es sei denn
man kauft Wein in Kanistern, was man allerdings für den Urlaub auch zwingend
tun sollte, allerdings hält er sich dann nicht sehr lange). In den landläufigen
Supermarktketten gibt es häufig große Weinabteilungen wo man preiswert
einkaufen kann. Hinweistafeln liefern Informationen über Jahrgang und Qualität.
In diesem Jahr wollten wir allerdings das Gebiet um St.Emilion erkunden. Man
sagt hier würden die besten Rotweine der Welt produziert. So verließen wir kurz
vor Bordeaux die Route National Richtung Südost und machten uns auf die Suche
nach einem Übernachtungsort.
Wir wurden fündig in Coutras.
Auf einem kleinem Parkplatz mitten im Ort, auf dem schon ein paar andere Womos
standen, verbrachten eine ruhige Nacht.
Am anderen Morgen war Markt! Allerdings war der Platz auf dem wir standen nicht
für Verkaufsstände vorgesehen. Trotzdem waren wir am Morgen von Lieferwagen und
kleinen LKW eingekreist. Da wir es nicht eilig hatten machte ich meine
morgentliche Baguette-Einkaufstour und konnte auch den gerade entstehenden
Wochenmarkt beobachten.
Diese Art von Märkte kann man hierzulande kaum mehr finden. In Ermangelung von
nahegelegenen Kaufhäusern sind Ortschaften in der Größe und in der Lage auf
eine besondere Art der Versorgung angewiesen. Auf diesen Märkten gibt es fast
alles. Von Matratzen über Büstenhalter bis zu lebenden Federvieh reicht das
Angebot. Das es hier in Frankreich auch ein reichhaltiges Angebot an
Lebensmittel inclusive jede Menge von Frisch-Fisch gibt, versteht sich von
selbst. Orte in der Größe von Courtas besitzen meist auch noch eine Markthalle
die meist angefüllt ist Fisch- Fleisch- Gemüse und
Käse-Stände.
Nach ausgiebigen Frühstück fuhren wir nach St.
Emillion. Eingebettet in schroffe Sandsteinfelsen schmiegt sich dieser
Jahrhunderte alte Ort in die hügelige, mit Weinbergen, pardon Weinfeldern
bedeckte Landschaft. Kultur, Entstehung und Geschichte St. Emilions an dieser
Stelle auch nur ansatzweise an dieser Stelle zu beschreiben würde den Rahmen
dieses Berichtes sprengen. Es ist nur soviel festzuhalten: Ein Besuch lohnt
sich allemal und wir waren nicht das Letzte mal an diesem Ort.
BeimEinkauf in einem der zahlreichen Weinläden in St Emilion
Wir blieben 2 Tage in dieser Gegend. Wir leisteten uns einen Campingplatz der vom Ort beschildert, 2 km entfernt liegt. 16€ für diesen gut ausgestatteten Platz sind nicht zu viel..
Das Wetter in St. Emilion war mit wenigen Ausnahmen eher trüb und kühl sodaß wir uns auf milde Temperaturen und Sonne an der Küste freuten. Es ging zügig auf die Autobahn gen Südost. Unterhalb der von uns immer wieder bestaunten Cite´ von Carcasson wollten wir auf einem Stellplatz übernachten. Es war jedoch so laut und lebhaft dort, dass wir uns entschlossen weiterzufahren.
Nicht weit entfernt fanden wir in dem Ort Lezignan wieder einen ruhigen Platz in Stadtmitte auf dem wir eine ruhige Nacht verbrachten. Am Morgen setzte wieder das übliche geschäftige Treiben ein, was uns aber nicht unsympathisch ist.
Am nächsten Morgen erreichten wir dann das Ziel unserer Reise: Leucate. Die Sonne schien und der Tramontane blies mit ordentlicher Kraft über den Etang (Lagunenartiges salzhaltiges Gewässer). Im Hintergrund waren die schneebedeckten Pyrenäen zu erkennen. Wir freuten uns auf einen schönen Urlaub.
Am ersten Tag wollten wir es
bei einer Erkundung der Gegend bewenden lassen um heraus zu finden was sich im
Lauf der Zeit geändert hatte. Und da gab es einiges. Der Ort Leucate ist
Womo-unfreundlich geworden. Im letzten Jahr haben wir bei Windstille gern im Ort
an der Promenade gestanden um am Strand spazieren zu gehen, im Meer zu baden
oder im Restaurant zu essen. Dies hat mit Sicherheit niemanden gestört da um
die Zeit kaum etwas „los" ist. Dieser Bereich ist jetzt für Womos gesperrt
und so umgebaut das nur noch PKW dort Platz finden.
Auf dem Busbahnhof neben dem Caveau haben wir noch im letzten Jahr 4
Nächte lang bei Dauerregen gestanden weil rundherum inclusive Campingplatz
alles im Schlamm versunken ist. Auch dieser Platz ist jetzt für Wohnmobile
gesperrt.
Man hat um diese Zeit nur noch 2 Möglichkeiten: entweder auf dem wilden
Stellplatz am Etang oder auf dem mäßig ausgestatteten Camping Municipal. Der
wilde Stellplatz hat keine Ver- und Entsorgung, dafür aber lautstarken Baguett
Nachschub am Morgen in Form eines wild hupenden kleinen Lieferwagens eines
örtlichen Beckers. Ausschlafen ist nicht.
Am nächsten Morgen war der Wind weg aber die Sonne noch da. So erlebten wir den
schönsten Tag hier am Mittelmeer im Liegestuhl und konnten uns wunderbar
entspannen.
Am nächsten Tag war dann auch
die Sonne weg und am Abend begann es zu regnen. Nach den Erfahrungen vom
letzten Jahr ahnten wir Böses. Wir wollten auf keinen Fall wie im letzten Jahr
tagelang auf besseres Wetter warten um dann irgendwann entnervt aufzugeben.
Also hängten wir uns ans Telefon und riefen zu Hause an mit der Bitte um
ausgiebiges Studium der Großwetterlage im Internet.
Die Antwort kam wenig später und führte zur sofortigen Planänderung.
Teil 2 |
Home | Reiseberichte |