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Korsika 2005  Teil 1





Teil 2



 

Bekannte schwärmten davon und zeigten uns Fotos. Korsika ist ein Muss nicht nur für Womofahrer und Surfer sondern für alle die wilde unberührte Natur, kurvige Bergstraßen und malerische Küsten lieben. Alle weiteren Informationen über dieses Eiland sollte man den gängigen Reiseführern entnehmen denn die zahlreichen Sehenswürdigkeiten dieser Insel hier zu beschreiben würde den Rahmen dieser Site sprengen.
Die Fähre war für Samstag, den 14.05. ab Livorno mit Korsika Ferrys gebucht. Dies war, wie es sich später heraus stelle keine glückliche Entscheidung.
Um zeitlichen Stress zu vermeiden starteten wir bereits bei strahlendem Sonnenschein am davor liegenden Donnerstagnachmittag von Köln und machten uns auf die 1370 km lange Anreise. Der übliche Stau auf dem Kölner Autobahnring war in einer viertel Stunde erledigt und wir fuhren durch Eifel und Hundsrück gen Süden über Karlsruhe auf Basel zu.
Die erste Übernachtung war auf dem Rastplatz Renchtal auf der A5 kurz vor Offenburg. Wir wählten diesen Platz weil 2.50m Durchfahrtshöhe durchaus eine interpretierbare Größe zu sein scheint und wir somit mit unserem Womo, welches mit Surfbrettern auf dem Dach deutlich höher ist, in den Genuss eines ruhigeren PKW Stellplatzes gekommen sind.


 
                                                                          
 


 
    
 
 

 
 

Am anderen Morgen ging es weiter über Basel Richtung St Gotthart Tunnel. Anschließend wählten wir einen kleinen Umweg westlich am Largo Maggiore vorbei (Schulz: Man spart sich den Autobahnring um Mailand herum) Allerdings brachte uns dieses und der anschließende Baustellen-Stau hinter Piacenza eine beträchtliche Verspätung ein sodass wir unseren ursprünglichen Plan einen kurzen Abstecher in die Toskana zu machen fallen ließen und nonstop über die Apenien-Rennautobahn (eine Autobahn mit derart scharfen Kurven findet man eher selten)bis Livorno durchfuhren. Nachts um 22Uhr fanden wir dann ein halbwegs passablen (ruhigen) Platz für die Nacht auf der letzten Autobahnraststätte vor Livorno.


                                                               

 

 
                               
 

 
 

Die Abfahrt mit der Fähre hatten wir uns etwas einfacher vorgestellt. Zunächst galt es die Ablegestelle der Fähre zu finden. Ich hatte mir auf der Website von Corsica-Ferries eine Skizze über die Route ausgeduckt. Diese erwies sich leider als völlig unbrauchbar sodass wir fröhlich eine einstündige Hafenrundfahrt veranstalteten bevor wir die Abfertigungsstation gefunden hatten. Hier herrschte dann das typisch Italienische Chaos das aber dann wundersamer Weise in der kompletten Verladung aller Warteten endete.


 
 
     
 
 
GPS: 43°33.2805N  010°18.1639E     43.554675  10.302732
 

Leicht beunruhigt hat uns dann aber die sehr steile Verladerampe. Da unser Womo sehr tief liegt und auch einen langen Überhang hat fürchteten wir nicht ohne Blessuren auf das Schiff zu kommen. Unser Glück war das wir als Letzte auf das auf das nun tief im Wasser liegende Schiff mussten . Im Zeitlupentempo manövrierte ich unsere Landjacht über die Rampe. Ein leises Geräusch von hinten verriet uns daß der die Rahmenverlängerung des Fahrgestells Kontakt mit der Rampe hatte. Bei diesem Teil handelt es sich um einen massiven verzinkten Ausleger an dem außer ein paar Farbresten von der Rampe keine Schäden zu sehen waren. Für die Rückfahrt mssten wir uns etwas einfallen lassen. Beim Verlassen der Fähre fuhren wir unter Mithilfe von zahllosen, wild gestikulierenden Besatzungsmitgliedern und anwesenden Passagieren im möglichst schrägen Winkel von der Rampe sodass diesmal Bodenkontakt ausblieb.

Ansonsten verlief die Überfahrt so wie man sie von voll besetzten Fährschiffen kennt. Am Anfang war das Restaurant überfüllt. Anschließend saßen und lagen überall Leute herum die sich leise unterhielten, vor sich hin dösten oder schliefen. Nur in der Automatenspielhalle und an Deck um den Pool herum ging es geräuschvoller zu. Da die See ruhig und das Wetter schön war hatte man den kleinen Pool gefüllt und es kam wie es kommen musste , irgendwann landete einer von den beschwipsten Pool-Bar-Gästen im Wasser und das Gegröle war groß. Eine völlig normale Überfahrt also. 


 
                             
 

 

Vor der Reise hatte ich mich in Reiseführern und auf Internetseiten über Korsika informiert. Sehr detailreich wird die Insel von Familie Schulz beschrieben in dem Buch: Mit dem Wohnmobil nach Korsika. Aufs wesentliche beschränkt sich der kleine Führer von Merian.
Aufgrund von den gesammelten Informationen hatte ich mir eine grobe Reiseplanung zurechtgelegt. Da wir nur 2 Wochen auf der Insel sein würden, war uns klar das wir nur einen sehr kleinen Teil der Sehenswürdigkeiten in Augenschein würden nehmen können zumal die 2. Woche dem Windsurfen und Relaxen vorbehalten sein sollte. In der Nähe von Touristenattraktionen wollten wir auf jeden Fall auf Campingplätzen übernachten weil wir immer wieder von Übergriffen auf Womos in diesen Bereichen gelesen haben. Ansonsten wollten wir versuchen "wild" zu übernachten. Allerdings stellten wir schnellfest dass mittlerweile viele Zufahrten zu schönen Stellplätzen durch Schranken oder ähnliches versperrt waren. In Verbindung mit der Tatsache dass viele Campingplätze um diese Zeit noch geschlossen sind muss man unter Umständen schon mal etwas länger nach einer Übernachtungsmöglichkeit suchen.

Unsere Route war Bastia, St. Florent, Corte, Porto, Ajaccio, Bonifacio, Bastia. St. Florent war deshalb unsere erste Station weil wir uns hier einen Surfspot ansehen wollten der für die 2. Woche in Betracht kommen könnte.



 
                                         
 

 
 

Auto- und besonders Wohnmobilfahren (vorausgesetzt es ist ein größeres Exemplar) auf Korsika hat seine besonderen Reize aber auch seine besonderen Herausforderungen. Korsische Straßen verlaufen niemals ebenerdig und niemals gerade (Ausnahme: Westküste). Sie sind in der Regel unübersichtlich, zu schmal und werden häufig durch verhinderte Rennfahrer verunsichert. Wenn man sich hierfür ein Umgangsrezept zurechtgelegt hat (Elefanten-Ruhe ist angesagt! ) wird man beim Befahren dieser Straßen mit dem Anblick auf eine atemberaubende Naturlandschaft belohnt. Und für die ganz Eiligen die sich während der Fahrt hinter dem Womo ansammeln gilt: so oft wie es geht: vorbeilassen! Wir haben es so gemacht und man hat sich häufig mit kurzem Hupen oder Handzeichen bedankt.
Unsere Reise sollte 2 Schwerpunkte haben: Sightseeing und Windsurfen. Daher war unser erstes Ziel St Florent um hier einen Surfspot zu inspizieren der bei Nichtgefallen der südlichen Spots als letzte Anlaufstation dienen sollte. Wir überquerten einen kleinen Pass hinter Bastia und näherten uns St. Florent. Hier wollten wir auf einem offiziellen Womostellplatz nächtigen den wir über eine Internetseite in Erfahrung gebracht hatten. Die hier angegebenen GPS Daten sollten das Auffinden des Platzes erleichtern. Leider führte uns das Gps auf eine laut Michelin weiße Straße auf der wir lange nicht mehr wenden konnten und tief hängende Äste grüne Spuren auf unserem Womo hinterließen. Hier wird eine weitere Besonderheit dieser Insel deutlich. Auf Korsika sind sehr wenig Schwer-Lkw unterwegs vor allen Dingen auf Nebenstrecken. Daher haben Bäume und Sträuche Gelegenheit sich ungehindert zu entfalten und schränken die Durchfahrt für größere Fahrzeuge ein. Wir gaben die Suche nach dem Stellplatz auf und kehrten nach St. Florent zurück und übernachteten ungestört auf einem großen Platz nahe am Hafen. Einige Womos standen auch direkt am Hafen. Das war uns aber zu laut und zu riskant. Am andern Morgen inspizierten wir den Strand. Ein komfortabeler Zugang war nicht möglich da der Bereich durch eine 2Meter Schranke nur für PKW erreichbar war. Positiv war das direkt am Strand einige Campingplätze bereits geöffnet hatten.


 
     
 

 
 

St. Florent hat uns gut gefallen. Wir nehmen an, dass man sich hier auch bei einem längeren Aufenthalt gut entspannen kann. Gegen Mittag brachen wir zu unsrem nächsten Ziel auf: Corte.

Wir fuhren über die Küstenstraße und genossen den wunderbaren Ausblick. Wie auch auf den späteren Fahrtabschnitten passiert es immer wieder dass man spontan rechts heran fuhr weil man wieder ein neuen Ausblick oder ein lohnenswertes Fotomotiv entdeckt hatte. Dadurch sank die Durchschnittsgeschwindigkeit auf das Niveau eines Maultiergespanns. Aber im Urlaub muss das manchmal sein.


 
                           
 

 

Wir verließen die Küste und fuhren in Landesinnere. Die nun halbwegs gerade verlaufende Straße führte uns zügig nach Corte.
Corte liegt in Mitten der Insel und ist bekannt durch eine auf einem hohen Felsen errichtete Zitadelle. Das zugehörige Museum war leider geschlossen (Geniale Planung : es war Montag und somit alle Museen geschlossen.) Trotzdem erfuhren wir aus Denkmälern und Hinweisstafeln welche historischen Persönlichkeiten sich hier bereits herumgetrieben haben. (u.a. Napoleon Casanova etc).
Übernachtet haben wir auf einem kleinen Campingplatz unterhalb der Zitadelle sodass wir alles fuß-läufig erreichen konnten.


 
     
 

 
 

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Westen mit dem Ziel Porto. Die nun folgende Straße gehört unserer Meinung nach zum Pflichtteil eines jeden Korsika Touristen. Felsenschluchten, bewaldete Hochplateaus und wunderbare Aussichten wechseln sich ab. Alle Hochgebirgssportarten sind hier anzutreffen, Wandern, Bergsteigen Skifahren etc sind möglich. Die Straße ist durchweg von guter Beschaffenheit, aber teilweise recht schmal sodass vorausschauende Fahrweise und ggfs mit anderen Verkehrsteilnehmern gegenseitige Verständigung erforderlich ist. Aber dies sind keine wirklichen Probleme.


 
     
 
 
 
 
                  
 
 

 




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